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Wir freuen uns euch mitteilen zu können, dass wir unsere aktuellen Termine wie geplant durchführen können. Natürlich achten wir gemeinsam mit den Streckenbetreibern auf die Einhaltung aller geltenden Hygienevorschriften, um unseren Beitrag zur Eindämmung der Pandemie zu leisten: Haltet 1,5 m Abstand zu anderen Personen. Tragt in geschlossenen Räumen einen Mund-Nasen-Schutz. Bei 2 Personen, aus getrennten Haushalten, im Fahrzeug sind Sturmhauben oder Masken Pflicht (Helm natürlich auch). Wascht regelmäßig und gründlich eure Hände. Desinfektionsmittelspender stehen ebenfalls bereit. Verzichtet zudem bitte auf jeglichen Körperkontakt wie Händeschütteln oder Umarmungen.

...bleibt gesund!

Einer unserer leitenden Instruktoren, Martin Dose, ist eine wahre Größe beim Pistenclub, und das nicht nur wegen seinen stattlichen 1,96 Meter. Beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring ist er einer der Pioniere in Sachen alternative Kraftstoffe, brachte sogar einen VW Bus an den Start und ist auch auf Schotter und in Übersee unterwegs.

 

Pistenclub: Martin, Du bist seit 2004 als Instruktor beim Pistenclub unterwegs. Deine Karriere startete aber schon lange, bevor es den Pistenclub gab. Somit hast Du schon viel Erfahrung mit ins Team gebracht. Wie fing alles an? 

Martin Dose: Das war im Jahr 1975, damals noch im Rallyesport. Erste Erfahrungen sammelte ich im VW Käfer 1302 und Ford Escort Sport bei den Rallyes Ostwestfalen und München-Wien-Budapest. Ein Highlight der Saison war mein Start bei der Hunsrück-Rallye, einem Lauf zur Rallye-Europameisterschaft.

 

Pistenclub: Man sagt ja, dass Rallyefahrer auch ohne Probleme auf der Rundstrecke klarkommen, die Gaststarts unseres Ausnahmefahrers Walter Röhrl in der DTM und IMSA haben das bewiesen. Wann hast Du zum ersten Mal den Weg auf den Asphalt gefunden?

Martin Dose: Nach vier Jahren im Rallyesport suchte ich ein neues Betätigungsfeld, um mich persönlich und fahrerisch weiterzuentwickeln. Der Sprung sollte belohnt werden: Im Jahr 1980 konnte ich im Autobianchi Abarth meinen ersten Klassensieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring einfahren. Ein Jahr später holte ich mit sieben Klassensiegen im VW Polo GT den Sieg der Castrol-Trophy sowie den Gaumeistertitel. Danach ging es wieder auf losem Untergrund weiter. 1984 wurde ich Vizemeister des Peugeot-Talbot-Sportpokals im Rahmen der Deutschen Rallyemeisterschaft. Mit dem Peugeot Talbot Samba Rallye konnte ich dann auch bis 1987 zahlreiche Klassensiege und Top-Ten-Platzierungen bei diversen nationalen Rallyemeisterschaftsläufen einfahren. 1988 trat ich dann meine vorerst letzte Rallyesaison im Peugeot 205 GTI an, bevor ich bis 1994 eine motorsportliche Pause, bedingt durch Hochzeit, Hauskauf und Nachwuchs, einlegte.

Im Jahr 1984 wurde Martin Dose Vizemeister des Peugeot-Talbot-Sportpokals. Bis 1987 folgten zahlreiche Klassensiege und Top-Ten-Platzierungen.

 

Pistenclub: Was waren die Highlights Deiner langen Karriere?

Martin Dose: Ohne Sponsoren läuft im Motorsport nicht viel, andererseits kommt man bei so vielen Renneinsätzen auch mit vielen Menschen und somit auch potenziellen Unterstützern in Kontakt. So ergab es sich im Jahr 1994, dass ich als Gaststarter beim Finale des Porsche Carrera Cup auf dem Hockenheimring teilnehmen konnte. Im gleichen Porsche 911 Carrera Cup belegten meine Teamkollegen und ich den fünften Platz beim Porsche Weekend Vier-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Im Februar 1994 wurde ich erneut als Fahrer ins Team geholt, um die Mannschaft beim 24-Stunden-Rennen von Daytona zu verstärken.

Martin Dose als Gaststarter beim Porsche Carrera Cup Finale auf dem Hockenheimring im Jahr 1994.

 

Pistenclub: Wer sich ein bisschen mit der Motorsport-Szene rund um den Nürburgring auskennt, weiß, dass Du dort schon mit einigen „ausgefallenen“ Starts für Aufsehen gesorgt hast.

Martin Dose: Zunächst waren wir noch recht konventionell unterwegs. 1996 startete ich auf einem Opel Vectra 16V und einem Opel Kadett GSI 16V beim 24-Stunden-Rennen. Den Vectra mussten wir nach 21 Stunden mit Getriebedefekt abstellen, mit dem Kadett erreichten wir Platz zwei in der Klasse und Gesamtrang 17. Ab 1997 konzentrierte ich mich auf alternative Kraftstoffe. Beim 24-Stunden-Rennen wurde der Einsatz unseres Biodiesel-betriebenen Audi A3 mit einem zweiten Platz in der Dieselklasse belohnt, das Sechs-Stunden-Rennen konnten wir mit einem Klassensieg beenden. Mit diversen Dieselfahrzeugen ging es in den folgenden Jahren weiter: In den Jahren 1999, 2000 und 2002 waren wir das erfolgreichste Team der Dieselklasse. Zur Jahrtausendwende ließen wir uns etwas Besonderes einfallen und gingen mit einem VW Lupo Drei Liter (Verbrauch, nicht Hubraum) und einem VW Bus, beide ebenfalls dieselbetrieben, an den Start und konnten beide Fahrzeuge erfolgreich ins Ziel bringen.

Ungewohntes Bild: Ein VW Bus beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Er kam sogar ins Ziel.

 

Pistenclub: Die alternativen Kraftstoffe haben es Dir offenbar angetan.

Martin Dose: Ja, wir haben da in alle möglichen Richtungen experimentiert. Dieselfahrzeuge sind im Rundstreckensport ja keine Seltenheit mehr, selbst die großen Le-Mans-Prototypen werden teilweise von Dieselmotoren angetrieben. Nachdem der Diesel auch in der Langstreckenmeisterschaft des Nürburgrings etabliert war, probierten wir andere alternative Kraftstoffe aus. Im Jahr 2004 war unser Audi A3 R-TDI das erste Fahrzeug, was ausschließlich von Pflanzenöl betrieben wurde. Ebenso waren wir das erste deutsche Team, das ein Flüssiggas-Fahrzeug zum 24-Stunden-Rennen brachte.

 

Pistenclub: Das klingt beinahe so, als hättest Du dem Ottomotor komplett abgeschworen.

Martin Dose: Nein, auf keinen Fall. Auch wenn in der heutigen Zeit die Wahl des Kraftstoffs eine große Rolle spielt, über den Klang eines hochdrehenden Benziners geht ja nun doch nichts. Seit 2008 durfte ich in der VLN die BMW-Baureihen E36, E46 und E90, jeweils als M3, pilotieren, außerdem den aktuellen BMW M235i Racing.

Der BMW M235i Racing Cup ist eine eigene Klasse innerhalb der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring.

 

Pistenclub: Du bist bei uns nicht nur als Instruktor aktiv, sondern gibst auch regelmäßig Lizenzlehrgänge. Kennt man vielleicht einige Deiner Schüler?

Martin Dose: Richtig, seit 2002 bin ich vom DMSB anerkannter Lizenzinstruktor für die Rennfahrerlizenz Stufe A. Unter anderem machten Fabian Vettel, der Bruder unseres vierfachen Formel-1-Weltmeisters Sebastian, und Alexander Klaws, Gewinner der ersten Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“ und aktueller Hauptdarsteller des Tarzan-Musicals, ihre Rennlizenz bei mir. Außerdem benötigt man seit einiger Zeit über die Rennlizenz hinaus eine sogenannte Permit für Rennen auf der Nordschleife. Im Zuge dieser Weiterbildung für bereits lizenzierte Fahrer kam ich mit dem halben Starterfeld der DTM, GT Masters und WTCC in Kontakt.

 

Pistenclub: Und wie geht es mit Deiner motorsportlichen Karriere weiter?

Martin Dose: Als Instruktor fühle ich mich sehr wohl, und insofern möchte ich dem Pistenclub natürlich auch weiterhin erhalten bleiben. Mit steigendem Alter besinnt man sich gern auf alte Zeiten und somit auch die Rennwagen vergangener Tage. So durfte ich bereits einige Male den immer beliebter werdenden Porsche 924 beim Classic-Rennen im Rahmenprogramm des 24-Stunden-Rennens und bei Rallyes pilotieren. Beim Sechs-Stunden-Rennen Spa-Classic startete ich bereits drei Mal im Ford Falcon V8. Insgesamt ist das eine tolle Mischung, die Abwechslung macht nicht nur Spaß, sie sorgt auch dafür, dass man keine der Sportarten verlernt. So darf es gerne weitergehen.

Es muss nicht immer ein Sportwagen sein. Auch hubraumstarke Dickschiffe wie der Ford Falcon V8 können auf der Rennstrecke funktionieren und haben ihren ganz eigenen Reiz.

 

Pistenclub: Wir danken Dir für das Interview, wünschen Dir weiterhin alles Gute und freuen uns auf die neue Saison, in der Du schon für viele Termine als Instruktor zugesagt hast.

 

Das Interview führte Felix Aretz.

 

Pistenclub e.V.

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