
Der Circuit de Charade ist eine Motorsport-Rennstrecke bei Clermont-Ferrand in der französischen Region Auvergne. Sie wurde von 1958 bis 1988 mit einer Länge von 8,055 km für internationale Rennen genutzt (unter anderem viermal für die Formel 1 und elfmal für die Motorrad-Weltmeisterschaft) und ist seit 1989 in stark gekürzter Form (3,975 km) eine hauptsächlich für nationale Rennen, Test- und Clubsportzwecke genutzte Anlage.
die frz. Nordschleife

> auf den Spuren von Jochen Rindt…
ca. 4 km Rundstrecke mit 150 m Höhenunterschied !!!
Auf dieser ausgewiesenen Fahrerpiste (!) fanden in den 1960er und 1970er Jahren div. Formel 1 Läufe statt; u.a. haben hier Jackie Stewart, Jochen Rindt und Jackie Ickx um Ruhm und Ehre gekämpft.
Mittlerweile gehört die Rennstrecke von Charade der Industrie (MICHELIN), und dort hat u.a. auch das Porsche-Werk den *Carrera GT* vor der Einführung für 4 Wochen am Stück getestet.
Wegen des kurvenreichen Verlaufs in den Vulkanhügeln mit Höhenunterschieden von bis zu 150 Metern galt sie vor allem in der ursprünglichen Streckenführung als verkleinerte Ausgabe der Nordschleife des Nürburgrings. Der aktuelle offizielle Name der Anlage ist Circuits de Charade (im Plural), weil neben der Asphalt-Strecke noch zusätzliche Offroad-Kurse gebaut wurden.

Versuche, die bisherige Streckenführung durch größere Auslaufzonen sicherer zu machen, scheiterten an der Topographie des Geländes rund um die Vulkankegel. Hier fehlte an vielen Stellen der Platz neben der direkt an die Hügel gebauten Fahrbahn. Der Conseil Général des Départements Puy-de-Dôme ließ deshalb als Streckenbesitzer den Verlauf um über die Hälfte verkürzen; unter Beibehaltung des alten Start- und Zielbereichs und Einbeziehung des bisherigen ersten und letzten Streckenviertels. Die neue 3,975 km lange Strecke mit 18 Kurven, teilweise in den französischen Nationalfarben (blau, weiß, rot) lackierten Curbs und erweiterten Auslaufzonen wurde 1989 eröffnet, 2001 kam eine erneuerte Infrastruktur (Boxenanlage, Kontrollturm, Video-Überwachung, Konferenz- und Gastronomieräume) hinzu, 2003 wurde die Gesamtanlage renoviert mit neuen Offroad-Strecken (für Moto-Cross, Quads, Trial etc.) hinter dem erweiterten Fahrerlager und auf der Außenseite der Start- und Zielgeraden. Trotzdem gilt der Kurs immer noch als einer der letzten "Natur-Rennstrecken", die in den Geländeverlauf integriert sind - analog zur Nürburgring-Nordschleife.
Neben der öffentlichen Hand (Generalrat, Stadt Clermont-Ferrand u. a.) sind auch private Aktionäre Teilhaber der Anlage; unter anderem Michelin, verschiedene Banken und die Betreibergesellschaft der französischen Privat-Teststrecke Anneau du Rhin bei Colmar. Verschiedene Rennfahrer-Schulen haben an den Circuits de Charade ihren Sitz, es finden regelmäßig nationale Formel-3-Rennen und Wettbewerbe mit historischen Rennfahrzeugen statt und die Piste wird häufig für Testfahrten, Produktvorstellungen und Clubveranstaltungen gebucht. Hier spielt offensichtlich auch die Preisgestaltung der Streckenmiete eine Rolle; die Tarife liegen etwa bei einem Drittel derer von aktuellen Formel-1-Rennstrecken. Allerdings entspricht die Anlage mit der nur neun bis zwölf Meter breiten Fahrbahn und Auslaufzonen aus Kies und Gras erneut nicht den immer anspruchsvolleren modernen Standards, die ohnehin meist nur auf neuen Retorten-Strecken eingehalten werden können.
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